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Aktives Forschungsthema · Ordnungsrahmen und Messprogramm · angelegt 6. Oktober 2026 · aktualisiert 8. Oktober 2026 (M7–M15b, Beweisgerüst-Korrekturen)

Drei Ebenen der Härte

Es gibt kein intrinsisches „leicht“: Leichte Probleme sind auf der ersten Ebene oft genauso hart, sie besitzen nur eine Abkürzung (nicht für 2-SAT und Horn, siehe Korrektur K1 in § 1b). Hier steht, wie sich das trennen und messen lässt — ohne zu behaupten, dass es P ≠ NP beweist.

Status der Aussagen: [Rahmen] [Messung] [ausstehend] [offen/Vermutung] [Korrektur]

Alle Messungen auf dieser Seite betreffen kleine n (≤ 20; M10 bis 36 Variablen; M12 Kerne bis 56 Variablen). Asymptotische Sätze tragen bei n ≤ 56 keine Aussage. Der Bereich steht bei jeder Messung dabei. Rechner: M11 tdc3 (~/SAT); M12–M15 tdnb1 (~/Projects/01_ToolsDevler/SAT); M15b Sandbox von Claude (1 Kern).

§ 1

Kernidee [Rahmen]

Härte wird auf drei Ebenen getrennt betrachtet. Es gibt kein intrinsisches „leicht“ — leichte Probleme sind auf Ebene 1 genauso hart, sie besitzen nur eine Abkürzung.

EbeneWasBeispiel
1 — idiomatischDas direkte Ausschlussverfahren, das unmittelbar aus der Problemstellung folgt. Kein Trick.Für CNF: Resolution / Davis-Putnam-Elimination
2 — systematische AbkürzungEine Struktur, die jede Instanz der Klasse trägt und ein schnelles Verfahren erlaubt.Linearität bei XOR-SAT → Gauß-Elimination; Mehrheits-Abgeschlossenheit bei 2-SAT
3 — FundEine Eigenschaft, die nur manche Instanzen tragen und die dort ausgenutzt werden kann.Gauß auf einer 3-SAT-Instanz, deren Lösungsmenge zufällig affin ist

Trennkriterium zwischen 2 und 3: Die Struktur gilt für alle Instanzen der Klasse — oder nur für einen Anteil.

Hammer und Nagel ist idiomatisch. Eine Schraube mit dem Hammer in eine Holzwand zu schlagen funktioniert auch, ist aber nicht der idiomatische Weg — und in Stahlbeton funktioniert es nicht.
Der Rahmen trennt, er vermutet nicht. Er sagt nicht voraus, auf welcher Ebene sich 3-SAT und XOR-SAT unterscheiden; er macht die Frage nur scharf stellbar und messbar. Die These, 3-SAT habe keine Abkürzung („Stahlbeton“), ist eine zusätzliche Vermutung, nicht Teil des Rahmens. [offen/Vermutung]

Schärfungen vom 7. Oktober 2026 [Rahmen]

1a · Ergänzungen zum Rahmen (M7–M10) [Rahmen]

1b · Schärfung vom 8. Oktober 2026 [Rahmen]

Die drei Ebenen, geschärft.

Wo der PC-Grad steht. Der PC-Grad über GF(2) wird als Ebene-2-Maß geführt: Er misst, ob eine algebraische Abkürzung beschränkten Grades existiert (Grad bleibt beschränkt, egal wie groß die Instanz wird; weil PC vollständig ist, reicht bei jeder Formel irgendein Grad). [Theorem, Atserias–Ochremiak]: PC über GF(2) ist zugleich ein vollständiges Ebene-1-System, in das das Zählen mod 2 eingebaut ist. Die Charakteristik ist genau die Stelle, an der Ebene-2-Algebra in ein Ebene-1-System einzieht. Ein Gradsprung bei 3-SAT ist deshalb ein negativer Ebene-2-Befund, kein Kostenbefund auf Ebene 1.

Ebene 1 gegen Ebene 2 — der Lückensatz. [Theorem, Atserias–Ochremiak ICALP 2017 / TOCL 2019, Satz 1, Kor. 1] Eine endliche Constraint-Sprache hat entweder Resolutionswiderlegungen konstanter Weite (genau dann, wenn sie beschränkte Weite hat) oder weder subexponentielle beschränkte-Tiefe-Frege-Widerlegungen noch PC über ℝ bzw. SOS sublinearen Grades. Gilt für Sprachen (alle Instanzen), nicht für PC über GF(2). Folge: 2-SAT und Horn sind schon auf Ebene 1 leicht. Den Spalt „Ebene 1 schwer, Ebene 2 leicht“ gibt es nur für Sprachen, deren Abkürzung zählt (lineare Gleichungen, XOR). Die einzige Ebene-2-Abkürzung, die Ebene 1 nicht schon sieht, ist das Zählen.

Zwei getrennte Zutaten der Härte (Ergebnis aus M13–M15b) [Messung]

Ebene-1-Härte (lokal konsistente Zustände überleben lange)Fehlen einer idiomatischen Regel (keine Operation mit Defekt 0)
3-SATjaja
XORja (für Resolution)nein (Minderheit, Gauß)
Horn, 2-SATneinnein (UND bzw. Mehrheit)

Nur 3-SAT hat beide Zutaten.

Weiterentwicklung der Zufalls-Erhaltungsthese [Hypothese, mit gemessenen Teilen] — präzisiert die Kurzfassung „2-SAT dämpft im Volumen, XOR in der Form, 3-SAT lässt durch“, ersetzt sie nicht:

Wo die Lücke jetzt sitzt [offen]

§ 2

Die zentrale Messfrage und ihre zwei Ausgänge [Rahmen]

Ist die Ebene-1-Härte von 3-SAT und XOR-SAT bei gleichem Gerüst (gleicher Hypergraph, gleiche Dichte) gleich?

AusgangFolge
gleichDer Unterschied liegt allein in der Existenz der Abkürzung (Ebene 2/3).
verschiedenSchon das idiomatische Verfahren trägt einen Unterschied. Dann existiert eine noch unbenannte Ebene-1-Kenngröße mit bekanntem Ort.

Beide Ausgänge sind informativ: Das Programm ortet, es testet nicht auf Ja/Nein. Der gemessene Ausgang steht in § 3a.

Auch der Ausgang „gleich“ beweist nicht, dass 3-SAT keine Abkürzung haben kann. Das fällt mit dem harten Kern von P vs NP bzw. Feiges Hypothese zusammen. [offen/Vermutung]
§ 3

Messinstrumente und Stand

Methodischer Filter (fest). Eine Kennzahl, die 3-SAT auszeichnen soll, muss gegen XOR-SAT und gegen 2-SAT geprüft werden. Fällt sie bei 2-SAT gleich aus, misst sie nur fehlende affine Abgeschlossenheit.

a) ebene1_dp.py — Ebene 1, Davis-Putnam-Elimination [Messung]

n = 10–20 (dichtes Gerüst: n = 10–18) · 30–40 Instanzen je Zeile · Zeit-Deckel 30 s

Gemessen je Instanz: benötigte Information (need = n − log₂ #Lösungen), Größe der größten Zwischenklauselmenge (log2 cnf), Resolutionsweite (breiteste erzeugte Klausel) — in zwei Reihenfolgen: idx (streng idiomatisch) und minres (wenigste Resolventen zuerst). Instanzen, die den Zeit-Deckel erreichen, zählen als „gekappt“; ihr cnf-Wert ist dann nur eine untere Schranke, alle anderen Kennzahlen bleiben voll gültig.

Steigung von log₂ cnf je Variable, idx / minres:

Gerüstn · Instanzen3-SATXOR-SAT
eigene Schwelle
(3-SAT α = 4,267; XOR α = 0,918)
10–20 · 400,746 / 0,5240,630 / 0,114
gleiches dünnes Gerüst
(beide α = 0,918)
10–20 · 400,101 / 0,101≈ 0,63 / 0,114
gleiches dichtes Gerüst
(beide α = 4,267)
10–18 · 30≈ 0,75 / 0,529≥ 1,0 / ≥ 0,85
[Korrektur] (K3) „XOR ist auf Ebene 1 nicht leichter“ ist systemabhängig: gemessen für Resolution/DP; auf Sprachebene gilt es für beschränkte-Tiefe-Frege, PC über ℝ und SOS (Theorem, Atserias–Ochremiak); falsch für PC über GF(2) und Res(⊕)/Gauß. (K6) DP-Elimination und DPLL sind zu trennen; DP-Kosten sind keine Beweislänge.
Ergebnis. Auf keinem gleichen Gerüst ist XOR-SAT auf Ebene 1 leichter als 3-SAT; bei OR-Dichte ist es in beiden Reihenfolgen deutlich teurer und mindestens so breit. Der Vorsprung von XOR im Hauptlauf (minres 0,114 gegen 0,524) verschwindet bei gleicher Dichte und kehrt sich bei OR-Dichte um. Für die zentrale Frage heißt das Ausgang „gleich“ im relevanten Sinn: Es gibt keine Ebene-1-Größe, die 3-SAT gegenüber XOR schwerer macht; die Leichtigkeit von XOR liegt vollständig auf Ebene 2. Das ist verträglich mit den bekannten exponentiellen Resolutionsschranken für zufällige 3-CNF (Chvátal–Szemerédi) und für XOR-/Tseitin-Systeme (Ben-Sasson–Wigderson). [Messung] n ≤ 20

Vorbehalte

[Korrektur] Die Spalte syn (need minus Summe der Einzelklausel-Bits) ist bei XOR ein Kodierungsartefakt: Jede XOR-Gleichung liefert 1 Bit, ihre vier Klauseln einzeln nur 4 · log₂(8/7) ≈ 0,77 Bit; daraus folgt exakt syn = m · 0,23 (n = 10: 2,06; n = 20: 4,13). Der zuvor notierte „Nebenbefund Synergie“ ist zurückgezogen. Im überbestimmten Bereich (dichtes Gerüst) ist syn bei XOR ebenfalls nicht interpretierbar.
[Korrektur] Hohe Resolutionsweite ist kein allgemeines Zeugnis gegen Ebene 2: XOR hat in Resolution lineare Weite und ist trotzdem in P, weil Gauß in einem anderen System alles schmal macht. Weite sagt nur, dass in diesem Beweissystem nichts zugänglich ist.
[Korrektur] Alle Steigungen in § 3a sind Verfahrenskosten auf der ganzen Formel und enthalten Redundanz (siehe § 3h: bei n = 20 rund 5,5 Bit Aufblähung auf der ganzen Formel gegen rund 0,6 Bit auf dem Kern). Sie sind obere Schranken, keine Messung der Beweishärte. Die Ergebnisaussage von § 3a wird durch § 3i redundanzfrei bestätigt.

b) m5_inseln.py — Inselstruktur der Lösungsmenge [Messung]

n = 8–14

FamilieStreuung der Inselgrößen
XOR-SATexakt 0 (Kontrolle bestätigt)
3-SAT0,26 → 0,53
2-SAT0,23–0,51
Nullbefund. 2-SAT ist von 3-SAT nicht unterscheidbar; die Kennzahl fällt durch den 2-SAT-Filter. Ungleiche Inseln sind keine 3-SAT-Signatur, nur Zeichen fehlender affiner Abgeschlossenheit.

c) m6_affin.py — affine Route auf der Lösungsmenge [Messung]

n = 10–20 · 60 Instanzen

Kennzahl fit: Anteil der affinen Hülle der Lösungsmenge, der tatsächlich aus Lösungen besteht (fit = 1: Lösungsmenge ist ein affiner Raum, Gauß greift exakt).

FamilieBefund
XOR-SATfit = 1,000 bei allen Instanzen und allen n → Ebene 2. Auch unter Instanzen mit mindestens 4 Lösungen sind 82–100 % echt affin (Kontrolle).
3-SAT, alle InstanzenAnteil exakt affiner Instanzen 0,43 (n = 10) → 0,27 (n = 20) — fast vollständig trivial, siehe Korrektur.
3-SAT, ≥ 4 Lösungen
(160 über alle n)
10 exakt affin: davon 7 nur ein Würfel aus freien Variablen (fester Kern × {0,1}r, ebenfalls strukturlos), 3 mit echter Paritätsstruktur (≈ 2 %, 95-%-Intervall etwa 0,4–5,4 %). Ab n = 18 keine einzige.
[Korrektur] Der Gesamtanteil exakt affiner 3-SAT-Instanzen besteht fast vollständig aus trivial affinen Mengen: 1 oder 2 Lösungen bilden immer einen affinen Raum. Der Anteil solcher Kleinstmengen läuft parallel (0,40 → 0,27). Der am 6. Oktober berichtete „Abfall der affinen Abdeckung (48 % → 38 %)“ war im Wesentlichen ein Rückgang der Kleinstmengen.
Ergebnis. Die affine Route ist für 3-SAT an der Schwelle schon bei n ≤ 20 praktisch leer — Ebene 3 ist über diese Route nahezu leer. [Messung] n ≤ 20

d) gauss_dp.py — affine Route im Ablauf [Messung]

n = 10–18 · 30 Instanzen

Drei Varianten auf denselben Instanzen: reines DP; DP mit direkt vorliegenden Einheiten und Äquivalenzen („lokal“, isoliert den Effekt bloßer Unit-Propagation); DP mit Erkennung vollständiger Paritätsmuster (bis 6 Variablen) und Gauß-Kombination über GF(2). Als echter Gauß-Beitrag zählt nur, was nicht schon im Spann der Einheiten und Äquivalenzen liegt.

FamilieGauß-BeitragErsparnis in log₂ cnf
XOR-SAT (Positivkontrolle)greift bei jeder Instanz sofort (alle n Variablen noch übrig); Steigung (idx) fällt von 0,605 auf 0,114+0,64 → +4,61, wächst mit n
„lokal“: +0,00 bis +0,15
3-SATechte Paritätsbeiträge in 30–57 % der Instanzen, aber erst bei etwa 4 verbliebenen Variablen, unabhängig von n (Endspiel-Zufall in kleinen Restklauselmengen)überall exakt +0,00
Ergebnis. Für XOR ist Gauß Ebene 2; für 3-SAT trägt es im Ablauf nichts zum Aufwand bei. [Messung] n ≤ 18

f) m7_bewegung.py — Bewegung des Lösungsraums [Messung]

n = 12–20

Definition: dj = Zahl der Lösungen, die beim Entfernen von Einheit j hinzukommen (Einheit = Klausel bei 3-SAT, ganze Gleichung bei XOR). Exakt per Brute Force, berechnet als Zahl der Belegungen, die nur Einheit j verletzen. Hauptmaß: dist = Zahl verschiedener Werte von d. Design: XOR auf exakt denselben Variablen-Tripeln wie die 3-SAT-Instanz (gepaart, gleicher Hypergraph); die Instanzen sind bitgleich zu ebene1_dp.py.

[Korrektur] Der Variationskoeffizient der Bewegung ist das falsche Maß; er ist bei XOR nur dann 0, wenn keine Gleichung redundant ist. Hauptmaß ist dist.
[Korrektur] Ein früher berichteter Expansionsunterschied XOR vs. 3-SAT war ein Artefakt der Vier-Klausel-Kodierung (wie die Spalte syn in § 3a).
[Korrektur] Innerhalb 3-SAT (SAT und UNSAT gemischt) koppelt dist bei herausgerechneter Lösungszahl negativ an die DP-Kosten: α = 4,267: −0,24, −0,27, −0,30, −0,29; α = 5,0: −0,26, −0,37, −0,24, −0,12 (n = 14–20, 120 Instanzen). Ein erster Lauf mit 60 Instanzen war als „keine Kopplung“ gelesen worden; das Vorzeichen war dasselbe, die Stichprobe zu klein. Für unerfüllbare Instanzen ist der Zusammenhang durch § 3h erklärt (Redundanz); [offen] für erfüllbare Instanzen.

g) m8_nsgrad.py — Nullstellensatz-Grad über GF(2) [Messung]

n = 14–20 · 120 Instanzen

Klausel → Polynom (Produkt der Falsch-Indikatoren), Widerlegung vom Grad d per inkrementeller Gauß-Elimination über GF(2). Gauß „lebt“ in diesem System: Die vier Klauselpolynome einer XOR-Gleichung summieren sich modulo 2 exakt zur linearen Gleichung. Geprüft: erfüllbare Instanzen werden nie widerlegt, unerfüllbare immer, XOR immer in Grad 3.

αn = 14n = 16n = 18n = 20
4,2675:395:31 · 6:75:14 · 6:165:2 · 6:38
5,04:2 · 5:704:1 · 5:775:65 · 6:115:64 · 6:27
[Korrektur] „NS-Grad 3-SAT 5–7, wachsend“ gilt nur für NS. In PC über GF(2) ist der Grad konstant 4 bis etwa 30 Kern-Variablen, dann folgt ein Sprung (§ 3l, § 3m). Die Lesart „Wachstum ist eine NS-Eigenschaft“ (M11) ist nur im Messbereich n ≤ 20 haltbar (K2); asymptotisch wachsen beide (Alekhnovich–Razborov 2003).
[Korrektur] Der Zusammenhang von dist und Grad läuft über die Zahl der kritischen Klauseln (Klauseln in jedem minimalen unlösbaren Kern; 1 − frac0). Bei herausgerechnetem frac0 bleiben für dist +0,05, −0,27, +0,12, +0,12, +0,16, −0,11 — Rauschen. ρ(dist, frac0) = −0,77 bis −0,93. Die Vielfalt der Bewegung trägt keine eigene Information über den Grad, die bei dieser Auflösung (Grad nur 5 oder 6) sichtbar wäre.

h) m9_kern.py — Beweis gegen Verfahren: DP auf dem minimalen Kern [Messung]

n = 14–20

Je unerfüllbare 3-SAT-Instanz ein minimaler unlösbarer Kern (MUS, Streichverfahren); DP (minres) auf ganzer Formel und auf dem Kern, NS-Grad auf beiden. Werte: Median.

αnKlauselnKernlog₂ cnf ganz → KernWeite ganz → KernNS ganz → Kern
4,2671460248,44 → 4,588 → 55 → 6
4,2671668299,53 → 4,919 → 65 → 6
4,26718773310,71 → 5,1510 → 76 → 7
4,26720853711,97 → 5,9211 → 76 → 7
5,01470259,47 → 4,708 → 65 → 6
5,016802910,71 → 5,009 → 65 → 7
5,0189033,512,02 → 5,3210 → 75 → 7
5,0201003713,37 → 5,7011 → 75 → 7
[Korrektur] Fragilität von Ebene 2 gilt nur für NS. In PC stellt sich die Gauß-Struktur fast immer wieder her (M11: 959 von 960 Klauselkernen Grad 3; M12: 8 von 687 XOR-Klauselkernen bei Grad 4; unter voller Regel davon die Hälfte bei 3) — siehe § 3k, § 3l, § 3m.
[Korrektur] Eine zunächst berichtete „Kern-Steigung 0,22 Bit/Variable“ war überwiegend Kernwachstum, nicht DP-Härte: log₂ cnf enthält die Startmenge. Maßgeblich ist die Aufblähung.

i) m10_tseitin.py — XOR ohne Redundanz [Messung]

12–36 Variablen · 60 bzw. 20 Formeln je Größe

Tseitin-Formeln auf zufälligen zusammenhängenden 3-regulären Graphen (Expander) und auf Prismengraphen (schmale Baumweite, Positivkontrolle). Die ganze Formel ist der minimale Kern (per Brute Force bis 21 Variablen geprüft: 1,00; einmal 0,98 bei V = 10, erklärbar durch eine Brücke im Graphen).

VariablenExpander: Aufblähung Median (q90) / WeitePrisma: Aufblähung Median (q90) / Weite
120,00 (1,00) / 50,00 (1,00) / 5
150,26 (1,26) / 60,97 (1,26) / 6,5
181,00 (2,00) / 71,00 (2,00) / 7
210,78 (2,51) / 70,78 (0,88) / 7
241,58 (2,58) / 80,58 (2,63) / 7
302,26 (4,03) / 91,26 (2,74) / 8
363,74 (4,76) / 111,00 (3,00) / 8
Variablen3-SAT-KernTseitin (Expander)
120,00 (0,11) / 50,00 (1,00) / 5
150,00 (0,70) / 60,26 (1,26) / 6
180,32 (1,09) / 71,00 (2,00) / 7
210,75 (1,70) / 80,78 (2,51) / 7

NS-Grad 3 in allen 420 Tseitin-Formeln (3-SAT-Kerne: 6–7). Kein Lauf gekappt.

Ergebnis. XOR ist auch ohne Redundanz für Resolution/DP nicht leichter als 3-SAT, bei gleicher Weite und gleicher oder höherer Aufblähung. Der Befund aus § 3a („XORs Leichtigkeit liegt ganz auf Ebene 2“) steht damit auf redundanzfreiem Grund. Verträglich mit den bekannten exponentiellen Resolutionsschranken für Tseitin auf Expandern (Urquhart 1987; Ben-Sasson & Wigderson 2001). [Messung] 12–36 Variablen

j) Zusammenschau M7–M10 [Messung]

M7–M9: n ≤ 20 · M10: bis 36 Variablen

Grenzen: n ≤ 20 (M7–M9), bis 36 Variablen (M10); DP mit fester minres-Heuristik ist kein kürzester Beweis; Steigungen aus wenigen Punkten.

k) m11_pcgrad.py — PC-Grad über GF(2) auf den M9-Kernen [Messung]

n = 14–20 · tdc3

Konvention: multilinear, Multiplikation x·p nur für Grad(p) < d. Prüfungen sauber: Soundness 464/464, XOR-Gleichungskern 960-mal Grad 3, keine Schrankenverletzung (PC ≤ NS, PC ≤ Kernweite), nichts gekappt.

l) m12_grosskern.py + m12pc.cpp — großer Kern, erster PC-Gradsprung [Messung]

Kerne 24–55 Variablen · tdnb1

C++-Kern: DPLL-Streich-MUS, PC-Abschluss mit AVX2. Lauf: seed 11, 60 Instanzen, dmax 4, 3 GB, 1180 Aufgaben, 38,8 Min. Prüfungen: MUS-Zeitüberschreitungen 0; PC-Abbrüche 3 (Speicher, nur n = 56); Soundness 367/367; DP-Weite < PC-Grad: 0 (DP-Weite Median 11); Tseitin 3:100; XOR-Klauselkern 3:679, 4:8. „≥ 5“ heißt: Der vollständige Grad-4-Abschluss enthält die 1 nicht — exakt, kein Zeitabbruch.

Hauptkurve nach Kern-Variablenzahl (beide α zusammen), Anteil ≥ 5 (eingeschränkte Regel):

Kern-VarNAnteil ≥ 5
0–24690,00
25–29850,00
30–34930,02
35–391050,35
40–44940,63
45–49980,81
50–991430,98

Je α (n | UNSAT von 60 | Kern-Klauseln/Kern-Var | Anteil ≥ 5):

αnUNSAT/60Kern-Kl./Kern-VarAnteil ≥ 5
4,267242045,0/22,50,00
282556,0/27,00,00
322264,0/31,00,00
362276,0/34,00,27
402688,5/39,00,42
441698,0/42,00,56
4823107,0/46,00,74
5224120,5/50,00,96
5627136,0/55,00,96
5,0244547,0/23,00,00
285455,0/27,00,00
324964,0/31,00,02
365177,0/35,00,12
405888,0/39,00,50
445297,0/43,00,62
4855110,0/47,00,80
5258120,0/50,00,95
5660135,0/55,00,97

Tseitin (24/30/36/42/48 Variablen): jeweils 3:20.

Befund. Der Sprung hängt an der Kerngröße, nicht an α — beide Dichten liegen auf derselben Kurve; die Dichte entscheidet nur, wie oft ein großer Kern entsteht. Tseitin bleibt bei 3. Die Ebene-2-Lücke zwischen 3-SAT und XOR wächst erstmals mit der Größe. [Messung]

Grenzen: Grad 4 bis 5 bei n ≤ 55 sagt nichts über die Beweisgröße (d²/n < 1, [Theorem] Impagliazzo–Pudlák–Sgall). Asymptotisch wächst der PC-Grad über GF(2) linear ([Theorem] Alekhnovich–Razborov 2003); M12 zeigt vermutlich den Beginn; Ort des Sprungs und Dichteunabhängigkeit deckt kein Satz.

m) m12b_konvention.py — volle Multiplikationsregel als Gegenprobe [Messung]

tdnb1 · seed 11, 60 Instanzen, ns 36–52, 630 Aufgaben, 119,5 Min.

Frage: Ist der Sprung ein Artefakt der Konvention? eingeschränkt (M11/M12): x·p nur für Grad(p) < d — entspricht dem formalen Standardgrad. voll: x·p auch bei Grad(p) = d, wenn x in jedem Monom höchsten Grades von p vorkommt (multilinear mit Variablenregel); weicht vom formalen Grad höchstens um 1 nach unten ab. (Die semantisch noch stärkere Regel „mal beliebiges Polynom im Quotientenring“ wird nicht verwendet.) Validierung: exakt gleich zu einer unabhängigen Python-Referenz auf 48 kleinen Kernen; 57 erfüllbare Formeln nie widerlegt. Prüfungen: Abbrüche eing/voll 0/4; „voll > eing“ 0; Soundness volle Regel 614/614; XOR-Klauselkern eing 3:379 4:6 → voll 3:382 4:3; Tseitin 3:30 → 3:30.

Kern-VarAnteil ≥ 5 eingeschränktAnteil ≥ 5 volldavon zurück auf 4
30–340,030,030 von 1
35–390,350,2016 von 37
40–440,630,4418 von 59
45–490,810,6812 von 79
50–991,001,000 von 56 (53 fertig, 3 Speicherabbrüche)

Gesamt: von 232 Kernen „≥ 5“ bleiben 182 auch voll „≥ 5“ (78 %); die volle Regel hat in 226 dieser Kerne zusätzliche Zeilen erzeugt (Regel greift, reicht aber nicht). Kein Grad-4-Kern fällt auf 3.

Befund. Der Gradsprung ist kein Artefakt. Die Konvention verschiebt den Einsatz um etwa fünf Kern-Variablen nach hinten; die Rettung durch die volle Regel nimmt mit der Kerngröße ab und verschwindet ab 50 Kern-Variablen. Konservativ (volle Regel): „Bis etwa 34 Kern-Variablen bleibt der PC-Grad 4, ab etwa 35 setzt der Sprung ein, ab 50 haben alle Kerne Grad ≥ 5.“ Beide Kurven zeigen, Konventionen benennen. Die XOR-Ausreißer aus M12 waren zur Hälfte Konvention. [Messung]

n) m13_durchlass.py — BDD-Komprimierbarkeit des Lösungsraums [Messung]

n = 12–28 · tdnb1 · seed 13, 60 Instanzen, 12 960 Aufgaben, 8,8 Min.

Maß: exaktes reduziertes BDD der ganzen Lösungsmenge (Minimum über 6 Variablenordnungen) geteilt durch das BDD einer echt zufälligen Menge gleicher Größe („Quote“; 1 = so ungeordnet wie Zufall). Typen: 3sat (7 von 8 Mustern erlaubt), rel6/rel5/rel4 (6/5/4 erlaubt, verbotene Muster zufällig), xor3 (4 erlaubt, affin), sat2, später horn3 (7 erlaubt, geordnet, gleiche Klauselzahl wie 3sat). Dichten 0,3–0,9 der eigenen Schwelle (rel-Schwellen geschätzt). Selbsttest gegen Vollaufzählung fehlerfrei. Quote bei festem Raumanteil log₂S/n ∈ [0,5; 0,7), Median:

Typn=12n=16n=20n=24n=28
3sat0,3530,1940,1050,0520,031
horn30,3200,1830,0980,0500,032
rel60,1710,0800,0320,0150,005
rel50,1090,0390,0100,0040,001
rel40,0630,0230,0040,0020,000
xor30,2030,0420,0160,0060,002
sat20,0540,0150,0030,0010,000

Bei [0,3; 0,5): 3sat 0,419/0,258/0,173/0,109/0,071; xor3 0,412/0,167/0,103/0,051/0,026 (Verhältnis 1,0 → 2,7).

o) m14_dichte.py — Dichte-Sweep [Messung]

tdnb1 · seed 14, 60 Instanzen, 17 280 Aufgaben · Kiesel n = 10–16 (kmax 5, ältere Dateiversion); Nachlauf „m14k“: n = 16/20/24, kmax 6

Zwei Maße: DPLL-Knoten (Unit-Propagation, keine Lernklauseln; lösbar und unlösbar) und Kiesel-Zahl k*: kleinstes k, bei dem starke k-Konsistenz die leere Belegung entfernt (Spoiler gewinnt das existenzielle k-Kiesel-Spiel; entspricht nach Atserias–Dalmau der Resolutionsweite). Dichte 0,5–8 der eigenen Schwelle. Selbsttest fehlerfrei. DPLL-Knoten 3-SAT (Median):

Faktorαn=20n=30n=40n=50
0,72,99681013
1,04,276101626
1,35,55571114
3,012,803345
8,034,143333

XOR: Spitze flacher (n = 50: Faktor 1,15 → 15 Knoten); rel5: Spitze knapp unter der geschätzten Schwelle (n = 50: 20 Knoten bei 0,7–0,85). Kiesel-Zahl k* (unlösbare Instanzen, Median):

Befund. Easy-Hard-Easy in sauberer Form (bekanntes Muster, Mitchell/Selman/Levesque). Das Fenster langen Überlebens ist bei 3-SAT schmal und wandert mit n zu höherer Dichte (Kante 1,3 → 1,6 zwischen n = 20 und 24) — passt zum [Theorem], dass die Weite für jede konstante Dichte asymptotisch linear ist. XOR hat das breitere Fenster und ist trotzdem leicht (Gauß): Überleben lokaler Zustände ist Ebene-1-Härte, die idiomatische Abkürzung ist eine eigene Frage. k* = 4 bis n = 24 passt zu M12 (PC-Grad 4 bis ~30 Kern-Variablen, PC-Grad ≤ Weite). [Messung]

Grenzen: k* hat bei n ≤ 24 nur die Stufen 3 und 4; „hohe Dichte“ ist hier hohe Dichte in α, nicht das Regime n1,4.

p) m15_abschluss.py — Abgeschlossenheit des Lösungsraums [Messung]

n = 12–28 · tdnb1 · seed 15, 60 Instanzen, Faktoren 0,3–0,9, 7200 Aufgaben, 0,6 Min.

Je lösbare Instanz gleichverteilt Lösungen ziehen (exakt aus dem BDD) und bitweise UND, ODER, Mehrheit, Minderheit (x⊕y⊕z) anwenden; Treue = Anteil, mit dem das Ergebnis wieder Lösung ist (nur verschiedene, nicht-triviale Tupel). Basis: Zufallsmenge gleicher Größe (praktisch 0). Selbsttest: Ziehen exakt und gleichverteilt; Polymorphismus-Kontrollen = 1. Anteil Instanzen mit exakt geschlossener Operation:

TypUNDODERMehrheitMinderheitN
3sat0,010,010,040,001128
horn31,000,000,000,001200
sat20,120,131,000,001192
xor30,010,010,051,001097
rel50,060,070,160,021046
rel40,140,130,360,07941

Beste Treue je Instanz (Median): 3sat 0,710/0,720/0,649/0,604/0,569 (n = 12/16/20/24/28); horn3, sat2, xor3 durchweg 1,000; rel5 0,887 → 0,761; rel4 1,000 → 0,888. 3-SAT bei Raumanteil [0,5; 0,7): UND 0,306 → 0,155, ODER 0,339 → 0,128, Mehrheit 0,648 → 0,516, Minderheit 0,118 → 0,007 (n = 12 → 28).

Befund. Die Trennung ist binär, wie die Theorie verlangt: Die Polymorphismus-Signatur ist auf jeder einzelnen Instanz sichtbar (Ebene 2 direkt gemessen). 3-SAT hat keine geschlossene Operation; die beste (Mehrheit) fällt mit n, liegt aber weit über der Zufallsbasis. rel4 ist fast mehrheitsgeschlossen (viele zufällige 4-Muster-Relationen sind 2-SAT-artig) — erklärt rel4 in M13. [Messung]

q) m15b_defekt.py — Defekt pro Klausel [Messung]

n = 12–28 · Sandbox von Claude, 1 Kern · seed 15, 20 Instanzen, Faktoren 0,3–0,9, 4487 Messzeilen · Skript noch nicht abgelegt

Je Instanz und Operation: εc = Anteil der Tupel, deren Ergebnis Klausel c verletzt; Vorhersage bei unabhängigen Defekten Tpred = ∏(1 − εc). Typen 3sat, rel5, horn3. 3-SAT, Mehrheit:

nT∏(1−ε)T/Vorhersageε je Klausel−ln(T)/m
120,7130,6941,010,01520,0138
160,7330,7291,010,00990,0095
200,6790,6531,030,00990,0095
240,6300,6021,030,01080,0099
280,5620,5181,040,01120,0104

Kontrollen: horn3 UND: ε = 0 in jeder Klausel, T = 1 für alle n. horn3 Mehrheit: ε ≈ 0,0033 konstant, T 0,915 → 0,800, T/Vorhersage 1,01. rel5 Mehrheit: ε ≈ 0,006, T/Vorhersage 1,00. Bei UND/ODER/Minderheit auf 3-SAT liegt T/Vorhersage bei 1,2–2,1 (Defekte häufen sich auf denselben Tupeln).

r) Zusammenschau M11–M15b [Messung]

Blick3-SATXORHorn / 2-SAT
PC-Grad über GF(2) (Kerne)4 bis ~34 Kern-Var., dann Sprung auf ≥ 5 (beide Konventionen)3—
Kiesel-Zahl / Weite (n ≤ 24)4 im schmalen, mit n wandernden Fenster4 im breiten Fenster(Ebene 1 leicht, Theorem)
BDD-Quotehoch, fällt langsamniedrigHorn ≈ 3-SAT (!), 2-SAT niedrig
Geschlossene Operationkeine (beste: Mehrheit, fällt mit n)Minderheit = 1UND = 1 / Mehrheit = 1
Defekt pro Klausel (beste Op.)ε ≈ 0,01, unabhängig00
Kernaussage. Die BDD-Komprimierbarkeit trennt nicht leicht von schwer; die Abgeschlossenheit trennt exakt. Härte von 3-SAT auf Instanzebene = kleiner, aber nie verschwindender Defekt jeder Operation, der sich über zufällig liegende Klauseln multipliziert. Gilt für n ≤ 56 (M12) bzw. n ≤ 28 (M13–M15b).
§ 4

Zusammenschau der affinen Route [Messung]

n ≤ 20

Blick3-SATXOR-Kontrolle
Lösungsmenge (M6)≈ 2 % echt affin, ab n = 18 keine82–100 %
Ablauf (Gauß-DP)Beitrag erst bei ≈ 4 Rest-Variablen, Ersparnis 0sofort, Ersparnis wächst mit n
Ebene 1 (Länge, Weite)gleichartig wie XORgleichartig wie 3-SAT
Ebene 1 redundanzfrei (Kern bzw. Tseitin) [Messung]Aufblähung ab ~17 Kern-Variablengleich oder höher, gleiche Weite
Ebene 2 (NS-Grad über GF(2)) [Messung]5–7, wachsend (nur NS; PC siehe § 3r)immer 3
Bewegung des Lösungsraums (dist) [Messung]viele Werte, wachsendhöchstens 2
Drei unabhängige Blickwinkel stimmen überein: Auf Ebene 1 sind 3-SAT und XOR gleichartig; der Unterschied liegt allein darin, dass XOR eine zugängliche Ebene-2-Struktur besitzt. Für 3-SAT ist die affine Tür bei den gemessenen Größen zu. Das gilt nur für diese Route.
§ 5

Einordnung in die Literatur

Die Dreiteilung als zusammenhängende Einordnung ist in dieser Form nicht als bekannt belegt; jede Ebene hat aber ein etabliertes Forschungsgebiet.

EbeneGebietQuellen
1BeweiskomplexitätCook & Reckhow (1979); Chvátal & Szemerédi (1988); Ben-Sasson & Wigderson, „Short Proofs are Narrow“ (2001)
2algebraischer CSP-AnsatzSchaefer (1978); Dichotomie Bulatov / Zhuk (2017)
3Backdoors; Generic-Case Complexity; „fünf Welten“Williams, Gomes, Selman (2003); Kapovich, Myasnikov, Schupp, Shpilrain (2003); Impagliazzo (1995)
„Schraube mit dem Hammer“XOR-Erkennung mit Gauß; Resolution über ParitätenCryptoMiniSat (Soos et al. 2009); Res(⊕) (Itsykson & Sokolov 2014) — superpolynomielle untere Schranken für zufällige 3-CNF sind dort offen
1 (Tseitin)BeweiskomplexitätUrquhart (1987); Ben-Sasson & Wigderson (2001) — exponentielle Resolutionsschranken für Tseitin auf Expandern (M10)
2 (algebraisch)Nullstellensatz / Polynomial CalculusBeweissysteme, in denen Gauß über GF(2) ausdrückbar ist; Clegg, Edmonds, Impagliazzo (1996) für Polynomial Calculus (M8)
ClusteringLösungsraum-Geometrierigoros nur für große k (Achlioptas & Coja-Oghlan; Ding, Sly, Sun); für k = 3 nicht-rigoros. Einordnung hier: Clustering ist ein Symptom der fehlenden kurzen Regel, kein eigener Ebene-2-Kandidat.
Gerüstvergleich OR vs. XORBeweistechnikECCC-Bericht 2026/158, „Random 3-CNF formulas are hard for k-DNF resolution“ — leitet die Härte von Zufalls-3-SAT über das XOR-System auf denselben Variablentripeln her
Lückensatz, Brücke 2 ↔ 1Beweiskomplexität × CSPAtserias & Ochremiak, Proof Complexity Meets Algebra, ICALP 2017; ACM TOCL 20 (2019), DOI 10.1145/3265985
PC-GradPolynomial CalculusAlekhnovich & Razborov, Proc. Steklov 242 (2003) — Ω(n) für zufällige k-CNF in Charakteristik 2; Ben-Sasson & Impagliazzo, Comput. Complexity 19 (2010) 501–519 — Charakteristik > 2, Gauß-Weite; Buresh-Oppenheim, Clegg, Impagliazzo, Pitassi, Comput. Complexity 11 (2002) — NS-Grad Ω(n/log n) gegen PC-Grad O(1); Mikša & Nordström, CCC 2015; Impagliazzo, Pudlák, Sgall 1999 (Grad → Größe)
Weite, ZählenKiesel-Spiel, CSPAtserias & Dalmau, JCSS 74 (2008); Barto & Kozik, JACM 61 (2014) — beschränkte Weite ⇔ kein Zählen
Hohe DichteWiderlegungMüller & Tzameret (TC⁰-Frege ab n1,4 Klauseln); Feige & Ofek (Widerlegung ab c·n1,5)
Easy-Hard-Easy (M14)PhasenübergangMitchell, Selman, Levesque 1992
Backdoors (Ebene 3)Parametrisierte KomplexitätWilliams, Gomes, Selman 2003

Die Prüfstufen [V]/[A]/[S]/[N] und der Volltext zum Literaturstand (beweisgeruest.md, beweisgeruest.bib, luecken.md) liegen noch nicht im Repo; die Unterseite „Beweisgerüst / Literaturstand“ ist deshalb [ausstehend]. Die Quellen oben stammen aus dem Auftrag vom 8. Oktober und sind hier nicht einzeln geprüft.

[Korrektur] Literatur-Korrekturen K1–K12 (Beweisgerüst).
K1 „Leichte Probleme sind auf Ebene 1 genauso schwer“ ist für 2-SAT und Horn falsch. Neu: Leichte Sprachen sind auf Ebene 1 genau dann schwer, wenn ihre Abkürzung zählt; 2-SAT und Horn sind schon auf Ebene 1 leicht.
K3 „XOR ist auf Ebene 1 nicht leichter“: systemabhängig (siehe § 3a).
K4 Res(⊕): Baum-Res(⊕) — Schranken für zufällige k-CNF bekannt; DAG-Res(⊕) — superpolynomial für jede Formelfamilie offen, fast quadratisch für zufällige k-CNF; regulär/tiefenbeschränkt nur BPHP und gehobene Formeln.
K5 Tseitin-Ursprung Urquhart 1987; „at least as wide“ ist die DP-Weite (obere Schranke).
K6 DP-Elimination und DPLL trennen; DP-Kosten sind keine Beweislänge.
K7 Carenini (ECCC TR26-158, Tabellenzeile „Gerüstvergleich“ oben): gilt oberhalb der First-Moment-Schranke (≈ 5,19), nicht bei α = 4,267.
K8 Startseite „Four families … polynomial time: Horn, 2-SAT, Tseitin, pigeonhole“: Beweissystem angeben; Tseitin und Schubfach sind in Resolution exponentiell (Urquhart 1987, Haken 1985), polynomiell nur in stärkeren Systemen.
K9 Frege-Wand und Zufalls-Erhaltungsthese nur für (fast) lineare Dichte (§ 1b).
K10 Feiges Hypothese nicht mit P vs NP gleichsetzen (Durchschnittsfall, stärker als P ≠ NP).
K11 Mikša–Nordström ist CCC 2015 (nicht JACM); arXiv 2403.02275 = Gryaznov & Talebanfard; „Efremenko et al. CCC 2025“ = Efremenko & Itsykson, Amortized Closure; im AO-Lückensatz steht PC nur über ℝ.
K12 „Kein nicht-trivialer Polymorphismus ⇒ kein Polyzeit-Algorithmus“ gilt nur bedingt (P ≠ NP). Auch der Satz zu Schaefer unten ist so zu lesen.

Nach Schaefer besitzt 3-SAT als Sprache keine der Abschlusseigenschaften, die eine Ebene-2-Abkürzung im algebraischen Sinn liefern. Offen ist allein, ob es jenseits davon eine klassenweite Abkürzung gibt — das ist P vs NP selbst. [offen]

Eigenbeitrag, zurückhaltend: die ausdrückliche Trennung „Problem lösen“ vs. „Instanzen abräumen“ als Ebenenhierarchie, plus ein Messprotokoll (gleiches Gerüst in drei Dichten, Positivkontrollen, XOR/2-SAT-Filter, Trennung trivialer von echter Struktur), das die getrennt erforschten Gebiete verbindet.
§ 6

Offene Punkte

§ 7

Korrekturen [Korrektur]

Frühere Fassungen werden nicht still überschrieben. Was sich gegenüber dem Stand vom 6. Oktober 2026 geändert hat:

DatumVorherJetzt
07.10.„Abfall der affinen Abdeckung 48 % → 38 %, Trend ca. −2 % je Variable; Ebene-3-Charakter, schrumpfend“ (m6, n = 8–14)Im Wesentlichen ein Rückgang trivial affiner Kleinstmengen (1–2 Lösungen). Echte Paritätsstruktur: 3 von 160 Instanzen mit ≥ 4 Lösungen, ab n = 18 keine (§ 3c).
07.10.„Nebenbefund Synergie“ aus der Spalte synZurückgezogen: bei XOR ein Kodierungsartefakt, exakt syn = m · 0,23 (§ 3a).
07.10.Implizit: hohe Resolutionsweite als Zeichen fehlender AbkürzungWeite gilt nur für das jeweilige Beweissystem; XOR hat lineare Resolutionsweite und ist in P (§ 3a).
07.10.ebene1_dp, n = 8–14, 30 Instanzen: 3-SAT 0,75 / 0,44, XOR 0,52 / 0,15; Information ≈ 0,97 Bit/Variable; „Vergleich noch nicht fair, XOR hat 4,6-mal weniger Klauseln“Ersetzt durch Läufe n = 10–20 mit gleichem Gerüst in zwei Dichten (§ 3a). Der Fairness-Vorbehalt ist damit adressiert; neu tritt „gleiches Gerüst ≠ gleiche Information“ an seine Stelle.
07.10.Hammer-Bild ergänzt um „Struktur wohnt dem Problem inne (2) oder greift erst auf einer gesuchten Darstellung (3)“Gestrichen. Trennkriterium ist allein: alle Instanzen vs. ein Anteil. Auch Ebene 2 braucht eine Übersetzung; entscheidend ist, dass sie billig ist (§ 1, Schärfungen).
07.10. (M7)Variationskoeffizient der Bewegung als HauptmaßFalsches Maß (bei XOR nur 0, wenn keine Gleichung redundant ist); Hauptmaß ist dist (§ 3f).
07.10. (M7)Expansionsunterschied XOR vs. 3-SATArtefakt der Vier-Klausel-Kodierung (§ 3f).
07.10. (M7)Lauf mit 60 Instanzen: keine Kopplung dist ↔ DP-KostenMit 120 Instanzen durchgehend negativ (−0,12 bis −0,37); gleiches Vorzeichen, Stichprobe zu klein gewesen (§ 3f).
07.10. (M8)Zusammenhang dist ↔ NS-Grad als eigene InformationLäuft über die kritischen Klauseln; bei herausgerechnetem frac0 Rauschen (§ 3g).
07.10. (M9)„Kern-Steigung 0,22 Bit/Variable“Überwiegend Kernwachstum; maßgeblich ist die Aufblähung (§ 3h).
07.10. (M9)Steigungen in § 3a als Maß der Ebene-1-HärteVerfahrenskosten inkl. Redundanz, obere Schranken; redundanzfrei bestätigt durch § 3i.
07.10.Frege als Ebene-3-KandidatFrege ist vollständig und gehört auf Ebene 1 (§ 1a).
08.10. (M11/M12)Fragilität von Ebene 2 (§ 3h)Gilt nur für NS; in PC stellt sich Gauß fast immer wieder her (959/960; 8 von 687 bei Grad 4, unter voller Regel die Hälfte bei 3).
08.10. (M11/M12)„NS-Grad 3-SAT 5–7, wachsend“ (§ 3e/3j, § 4)Wachsend nur in NS; in PC konstant 4 bis ~30 Kern-Variablen, dann Sprung (§ 3l, § 3m).
08.10. (K2)M11-Lesart „Wachstum ist NS-Eigenschaft“Nur für n ≤ 20 haltbar; asymptotisch wachsen beide (Alekhnovich–Razborov).
08.10. (K1)Kernidee „leichte Probleme sind auf Ebene 1 genauso hart“Für 2-SAT und Horn falsch; Ebene-1-schwer genau dann, wenn die Abkürzung zählt (§ 1b).
08.10. (K3)„XOR ist auf Ebene 1 nicht leichter“Systemabhängig; falsch für PC über GF(2) und Res(⊕)/Gauß (§ 3a).
08.10. (K4–K8, K10–K12)Literaturangaben und FormulierungenSiehe Liste in § 5.
08.10. (K9)Frege-Wand und Zufalls-Erhaltungsthese für jede DichteNur (fast) lineare Dichte; ab n1,4 Klauseln kurze TC⁰-Frege-Widerlegungen (§ 1b).
08.10. (M13/M15)„Asymmetrie 7:1 erzeugt Härte“Nur zusammen mit fehlender Ordnung (Horn-Gegenbeispiel).
08.10. (M13)„Lösungsraum von 3-SAT ist inkompressibel“Nur relativ: BDD-Quote fällt auch bei 3-SAT; Horn gleich hoch; BDD sieht Gauß nicht (§ 3n).